Wie viele Getränke braucht man pro Gast?
Die Faustregel, mit der wir rechnen – und warum sie bei Hochzeiten anders ausfällt als beim Vereinsfest.
Es ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird, und die einzige, bei der sich wirklich Geld sparen lässt: Wie viel muss ich einkaufen? Zu wenig ist peinlich, zu viel steht danach ein Jahr im Keller. Hier ist die Rechnung, mit der wir arbeiten.
Die Faustregel
Rechne mit einem Getränk pro Gast und Stunde. Das klingt viel, deckt aber Wasser, Kaffee, Bier und Cocktails zusammen ab. Bei einer Feier von 18 bis 2 Uhr sind das acht Stunden, also rund acht Getränke pro Person.
Diese acht teilen sich ungefähr so auf:
- Rund 40 Prozent alkoholfrei – Wasser, Saft, Limonade, Cola. Der Anteil wird fast immer unterschätzt. Spät am Abend trinkt kaum jemand nur Alkohol.
- Rund 35 Prozent Bier und Wein, je nach Runde mit deutlicher Verschiebung in die eine oder andere Richtung.
- Rund 25 Prozent Cocktails und Longdrinks – wenn eine Bar da ist. Ohne Bar wandert dieser Anteil zu Bier und Wein.
Ein Rechenbeispiel: 60 Gäste, acht Stunden
60 Gäste mal acht Stunden ergibt 480 Getränke. Daraus wird ungefähr:
- 190 alkoholfreie Getränke (davon mindestens die Hälfte Wasser)
- 110 Bier
- 60 Glas Wein oder Sekt, also etwa 12 Flaschen
- 120 Cocktails und Longdrinks
Für 120 Cocktails braucht man je nach Karte etwa vier bis sechs Flaschen Spirituosen, dazu Filler, Saft, Sirup, Limetten und – der Punkt, den alle vergessen – reichlich Eis. Rechne mit einem halben bis einem Kilo Eis pro Gast. Bei 60 Leuten sind das 30 bis 60 Kilo. Das passt in keinen normalen Gefrierschrank.
Wann die Regel nicht passt
Hochzeit
Beim Sektempfang wollen alle innerhalb von zehn Minuten ein Glas. Plane für den Empfang separat: etwa 1,5 Gläser pro Person, plus eine alkoholfreie Alternative, die nicht nur Orangensaft heißt. Während des Essens sinkt der Verbrauch deutlich, nach der Partyöffnung steigt er wieder.
Firmenfeier
Deutlich mehr alkoholfrei, oft über 50 Prozent – viele müssen noch fahren oder wollen vor Kollegen nichts trinken. Dafür lohnen sich ein paar gute alkoholfreie Drinks umso mehr.
Vereins- und Stadtfest
Hier zählt Tempo, nicht Vielfalt. Zwei bis drei Sorten, gut gekühlt, schnell ausgeschenkt. Der Verbrauch pro Kopf liegt niedriger, weil die Leute kommen und gehen.
Sommer
Über 25 Grad steigt der Bedarf spürbar, vor allem bei Wasser und Schorle. Plane an heißen Tagen ein Drittel mehr alkoholfreie Getränke ein.
Was übrig bleibt
Ungeoeffnete Kisten nehmen die meisten Getränkemärkte zurück. Kläre das vorher ab, dann kannst du großzügiger einkaufen, ohne Geld zu verbrennen. Spirituosen und Sirup halten sich ohnehin.
Wenn wir eine Feier begleiten, rechnen wir das vorher gemeinsam durch und sagen dir, was in welcher Menge gebraucht wird – unabhängig davon, ob du selbst einkaufst oder wir es mitbringen.
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